Die Geschichte und Herkunft der Rex-Kaninchen !

 

Es fing im Jahre 1919 in der Ortschaft Coulongé im Département Sarthe an, als der Kleinbauer Caillon in einem Wurf hasengrauer Normandiner ein Jungtier mit einem deutlich kürzeren Fell entdeckte. Im zweiten Wurf der gleichen Häsin fand sich unter 6 normalhaarigen Kaninchen wieder ein Jungtier mit verkürztem Fellhaar. Das erste Tier war ein Rammler, das zweite eine Häsin. Der Pfarrer des Ortes, Abbé Amèdée Gillet, interessierte sich, übernahm die beiden Tierchen und fing an zu züchten. Im ersten Wurf fielen 6 Jungtiere, lauter Kurzhaarkaninchen mit einer Biber auffallend ähnlichen Farbe. Gillet kreuzte weiter und machte die überraschende Entdeckung, das alle Nachwuchstiere kurzhaarig waren. Jedes der Tiere hatte aber auch irgendeinen körperlichen Fehler. Gillet aber ließ sich nicht beirren, er kreuzte Normalhaartiere ein, hatte Erfolg und im Februar 1924 zeigte er in Paris als Castor-Rexe (=Biberkönig) erstmals sechs seiner Tiere mit seidenweichem, maulwurfähnlichem, 10-15 mm kurzem Fellhaar. Sie wurden die züchterische Sensation nicht nur dieser Ausstellung, sondern des Jahrhunderts. Die Fachpresse begeisterte sich:

„Ein König unter den Kaninchen, durch die eigentümliche Sonderstellung seines Felles geadelt. Ihm steht eine große Zukunft bevor! Schon auf der Internationalen Pariser Ausstellung hat es großes Aufsehen erregt; es wurde von allen Kennern bewundert und günstig aufgenommen und mit den höchsten Auszeichnungen bedacht. Es kam und siegte. Und ihm gehört die Zukunft. Während das Fell aller anderen Kaninchen der Kunst des Gerbers und der Technik bedarf, um aus ihm echten Pelz zu machen, bildet das Fell des Castor-Rex die natürliche Nachahmung des bearbeiteten Biberfelles, Castor („Le Petit Fermier“). Die großen Tageszeitungen von Paris griffen dieses Ereignis auf, die Pelzindustrie wurde Aufmerksam, ein propagandistischer Aufwand ohnegleichen setzte ein – das Wunderkaninchen trat seinen Siegeszug durch Europa an.

Gillet trat alle sechs Castor-Rexe an Prof. Kohler, Thumenau bei Straßburg, ab, der einem großen landwirtschaftlichen Gut vorstand. Über diesen kamen 1925 erste Rexe nach Deutschland, etwa zur gleichen Zeit auch in die Schweiz und nach Österreich. Die Importe mehrten sich; geschäftstüchtige Händler witterten das Geschäft ihres Lebens; sie kauften wahllos zusammen, was sich ihnen bot; sie ließen die Häsinnen vier- bis fünfmal je Jahr decken; bereitstehenden Ammen wurden die Jungtiere untergeschoben und diese, kaum geschlechtsreif, ebenfalls zu Gebärmaschinen gemacht. Die Qualität dieser Tiere war Nebensache. Selbst für kippohrige, lange senkrückige Tiere wurden Fantasiepreise gefordert und bezahlt. 25-800 RM waren Katalogpreise und dies wenige Jahre nach der Inflation. In den Jahren 1926/27 erreichte der Rexrummel seinen Höhepunkt! Friedrich Joppich berichtete darüber: „Kaum waren die ersten Rexe (1926) zum ersten Mal auf einer großen Ausstellung gezeigt worden, trat ein mächtiger Umschwung in der ganzen Kaninchenzucht ein ... Vom Ausland her brach geradezu ein Sturm los. Große Transporte wurden aufgekauft; nach Skandinavien, Russland, Japan und auch Nordamerika gingen viele Tiere aller Farben. Aber im Besonderen war es England, das riesig viele Rexe in Deutschland kaufte und von dort aus wieder in alle Welt weiterverkaufte.“

Doch merkwürdig: Die Fellindustrie lehnte die Felle, da meist minderwertig, ab. Emil Piegsa berichtete, noch nicht einmal für 10 Pfennig sei man die Felle losgeworden. Der Zusammenbruch der großen Hoffnung war die Folge. Trotzdem ließ man sich auch die kommenden Jahre nicht entmutigen.

Man erinnerte sich des alten Sprichwortes : Gut Ding will Weile haben. Die Angelegenheit wurde überlegter angegangen. Die Felle wurden verbessert und Wert auf reinere Farben gelegt- Größe und Form waren allerdings immer noch der Willkür des einzelnen Züchters überlassen. Im Standart des Bundes Deutscher Kaninchenzüchter (Reichsverband) des Jahres 1927 erschien das Rexkaninchen unter Abteilung VI als „grannenlose“ Kurzhaarrasse: „Die Rexkaninchen sind in allen sonst anerkannten Farben zulässig.“ Über die Züchter kamm ein Farbenrausch: Bei der Weltschau 1930 in Leipzig wurden unter 3270 Kaninchen 621 Rexe in 23 Farbenschlägen ausgestellt; hinzu kamen 5 verschiedene Castor-Farbenschläge und die Lockenrexe. Anfang der Dreißigerjahre des vergangenen Jahrhunderts war das Rexkaninchen nach Prof. Nachtsheim die meistgezüchtete Rasse. Und noch immer wurde für ein gutes Tier Preise bis 1000 RM bezahlt.

1933 aber lehnte der Reichsverband die Rexe als Zuchtrasse ab. Das bedeutete zunächst Stangnation, dann Niedergang. Wer sich nicht aus Idealismus zu unserer Sache bekannte, erste uns den Rücken (Emil Piegsa). In den übrigen europäischen Ländern hielt aber die Rex-Schwemme bis 1938 an. In Deutschland wurden Rexkaninchen meist nur noch in den zahlreichen Pelztierfarmen gezogen.

1936 schied der Reichverband die Sport- von den Wirtschaftsrassen; diese förderte man von Staats wegen, jene verhöhnte man. „Sportfexerei“ wurde zu einem unrühmlichen Schlagwort. Der Standart bewertete den Rassewert nur noch mit der halben Punktzahl, die andere Hälfte entfiel auf den Wirtschaftswert. Gefördert wurden nur die Wirtschaftsrassen. Das Rexkaninchen, das seinen Siegeszug als Wunderkaninchen angetreten hatte und das nur einer verständnisvollen zentralen Förderung bedurft hätte, um seinen Ruf als außergewöhnliche Wirtschaftsrasse zu rechtfertigen, verfiel dem Bannstrahl. Das „Pelzkaninchen der Zukunft“, dem man noch am Anfang der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts prophezeit hatte, es werde infolge seines durch die Natur bereits „veredelten“ Haarkleides die Normalhaarrassen verdrängen und die Wirtschaftsrasse unter den Fellkaninchen werden, war zur Bedeutungslosigkeit verurteilt.

1945 begann man von Neuem. Man sammelte die Reste des verbliebenen Rexmaterials ohne Rücksicht auf Form und Leistung. Eine neue Aufwärtsentwicklung setzte ein. Das Rexkaninchen hat nicht nur überlebt; vielmehr hat es sich eine Spitzenposition erobert – nicht mehr als Wirtschaftsrasse, sondern als Sportrasse. Denn heute entscheiden – anders als in jenen ereignisreichen Jahren – nicht mehr die Aussicht auf Gewinn, sondern der rassezüchterische Elan, die Kunst des Züchtens, sportlicher Ergeiz und Tierliebe. Und eine Organisation, die die Rexzucht nach dem modernsten Gesichtspunkten leitet, sowie der Wille, das Rexkaninchen zu vollenden.

 

Im Jahre 1968 hat mein Vater mit der Rex Zucht begonnen. Die ersten Castor Rexe kamen aus dem Raum Kaiserslautern und waren zum damaligen Zeitpunkt im Saarland fast gar nicht mehr anzutreffen. Diese Rasse hat mich seit meiner Kindheit schon sehr beeindruckt.

 

Im Jahre 1977 wurde der Rex Club Saar gegründet und mein Vater war bei den Gründungsmitgliedern dabei.

 

Nach dem Tod meines Vaters habe ich 1988 die Castor Rexe übernommen. Zuvor habe ich seit 1971 die Alaska Kaninchen gezüchtet. Mit dieser Rasse habe ich mehrmals Kreis- und Landesmeistertitel errungen. Im Jahre 1991 habe ich die Zucht mit den Alaska aufgegeben und meine Zucht nur noch den Castor Rexen gewidmet.

 

Im Jahre 1993 habe ich dann mit der Zucht der Loh Rex schwarz als 2.Rasse begonnen. Im Jahre 19999 habe ich die Zucht mit den Loh Rexen schwarz eingestellt und mir Schwarz Rexe angeschafft. Seit 1999 züchte ich nun die Schwarz und Castor Rexe.

 

Zu meinen Erfolgen zählen mehrere Vereins-, Kreis- und Landesmeistertitel. Auch im Club wurden schon mehrere Titel als Clubmeister in der Rasse errungen.

 

Auch auf überregionalen Schauen und den ADRC Schauen wurden beachtliche Ergebnisse erzielt.
 
In meiner Zucht lege ich besonderen Wert auf kontinuierliche Zuchtarbeit. Mein Hauptaugenmerk lege ich auf die wie im Standard geforderte rötlich kastanienbraune Deckfarbe. Oft sieht man Tiere mit zu dunkler Deckfarbe und einem nicht Rextypischen Kopf. 

 

 

 

 

 

 

Erfolge auf Ausstellungen: